Water Policy

Forschungsprojekte

Water Policy

  • Überlappende Subsysteme: Identifizierung und Integration von getrennten Spielen in der Schweizer Wasserpolitik
  • CrossWater – Regulierung grenzüberschreitender Mikroverunreinigung in Europa: Die Definition angemessener Managementmassstäbe
  • Politik-Foren im Bereich der Wasser- und Umweltgovernance

Überlappende Subsysteme: Identifizierung und Integration von getrennten Spielen in der Schweizer Wasserpolitik

Aufgrund der erhöhten Komplexität moderner politischer Probleme beschäftigen sich Akteure heutzutage parallel mit unterschiedlichen Problemen innerhalb verschiedener Phasen des politischen Prozesses, auf mehreren Ebenen, und in verschiedenen Arenen. Traditionelle politikwissenschaftliche Ansätze, welche sich auf einzelne Politikbereiche konzentrieren, sind nicht länger im Stande, diese neue Komplexität zu erfassen. Ziel des geplanten Forschungsprojektes ist es, Grenzen bestehender Ansätze durch den expliziten Fokus auf einzelne Spielsituationen, in welchen sich Akteure befinden, zu überwinden. Leitende Forschungsfragen sind (1) Wie können sich gegenseitig überlappende Spiele identifiziert werden? (2) Durch welche Faktoren lässt sich erklären, dass Akteure verschiedene Spiele spielen oder Probleme in verschiedenen Spielen angegangen werden? (3) Welche gegenseitigen Einflusswirkungen haben die Spiele untereinander? Empirisch setzt sich das Forschungsprojekt mit der Schweizer Wasserpolitik auseinander. Probleme im Wasserbereich sind naturgemäss grenz- und sektorübergreifend und betreffen mehrere Ebenen politischer Systeme. Diese Komplexität macht die Wasserpolitik zum idealen Forschungsfeld für die Studie von sich überlappenden Spielen. Die Analyse wird uns erlauben, (1) die Schweizer Wasserpolitik und die darin gespielten Spiele zu beschreiben, (2) die Überlappung der Spiele und die Präsenz von Akteuren und Problemen in mehreren Spielen zu erklären, und (3) zur politikwissenschaftlichen Theorie durch die Entwicklung einer Spieletypologie beizutragen.

Dauer: 1. April 2014 – 31. Dezember 2017
Funding: Swiss National Science Foundation
Team: Manuel Fischer, Philip Leifeld, Karin Ingold, Mario Angst, Laurence Brandenberger

Publikationen:
Fischer, M.; Leifeld, P. (2015) Policy forums: Why do they exist and what are they used for? Policy Sciences, 48(3), 363-382. DOI:10.1007/s11077-015-9224-y.

CrossWater – Regulierung grenzüberschreitender Mikroverunreinigung in Europa: Die Definition angemessener Managementmassstäbe

Eine grosse Herausforderung für das Umweltmanagement besteht darin, den räumlichen Rahmen von Regulierungen den spezifischen Umweltproblemen anzupassen. Von einer naturwissenschaftlichen Perspektive kann der geeignete Massstab von Managementeinheiten durch die Grenzen, über welche hinaus physische, chemische und biologische Prozesse keinen Effekt mehr auf das Umweltproblem haben, definiert werden. Tatsächliche politische Managementeinheiten stimmen allerdings nur selten mit diesen Idealzuständen überein. Dies gilt insbesondere für grenzüberschreitende Wasserverunreinigung im Allgemeinen, und Regulierung von Mikroverunreinigung im Besonderen, wo unterschiedliche Rechtsprechungen dazu tendieren, verschiedene politische Lösungen hervorzubringen und divergierende Instrumente eingesetzt werden, um das exakt gleiche Problem innerhalb des gleichen hydrologischen Einzugsgebietes anzugehen. In diesem Forschungsprojekt wenden wir einen interdisziplinären Ansatz an, in dem wir eine „Mass Flux“-Analyse mit Politikwissenschaft und Wirtschaftsgeographie kombinieren und uns folgende Frage stellen: Wie kann die potenzielle Diskrepanz zwischen dem physischen Umfang der Verschmutzung  und den entsprechenden politischen Handlungsbereichen und der Regulierung von Mikroverunreinigung visualisiert und erfasst werden, um eine effektive und effiziente Regulierung von Mikroverunreinigung auszugestalten?

Dauer: 1. April 2014 – 31. Dezember 2017
Team: Karin Ingold, Laura Herzog
Projektpartner:
EAWAG: Hans-Peter Bader; Andreas Moser; Ruth Scheidegger; Christian Stamm; Alex Widmer
Luxembourg Institute of Socio-Economic Research (LISER): Christophe Sohn; Marc Schneider; Antoine Paccoud

Publikationen:

  • Ingold, K.; Fischer, M.; de Boer, C.; Mollinga, P. (2016). Water Management Across Borders, Scales and Sectors: Recent developments and future challenges in water policy analysis. Environmental Policy and Governance 26(4): 223-228. DOI: 10.1002/eet.1713.
  • Metz, F.; Ingold, K. (2014). Sustainable Wastewater Management: Is it Possible to Regulate Micropollution in the Future by Learning from the Past? A Policy Analysis. Sustainability, 6(4), 1992-2012. DOI:10.3390/su6041992.
  • Hering J, Ingold K (2012), Water Resources Management: What Should Be Integrated? Policy Forum, Science 8 June 2012: 1234-1235.

Politik-Foren im Bereich der Wasser- und Umweltgovernance

Politik-Foren sind leicht institutionalisierte und stabile Formen von Governance-Netzwerken, in welchen staatliche Entscheidungsträger, Interessengruppen, Stakeholder und Wissenschafter sich mit Politikproblemen in bestimmten Bereichen auseinandersetzen. Insbesondere bei neuen, komplexen Problemen in Bereichen wie Klima- oder Energiepolitik geht man davon aus, dass horizontale, informelle und inklusive Governance in Politik-Foren sich im Vergleich zu hierarchischen, von der Verwaltung geleiteten Steuerungsformen besser zur Konfliktlösung eignen. Dieses Forschungsprojekt analysiert die Rolle, welche solche Politik-Foren für das Funktionieren der Wasser- und Umweltgovernance spielen. Genauer versucht das Projekt herauszufinden, a) was Politik-Foren genau produzieren und wie dies zu Entscheidfindung und Konfliktlösung im Wasser- und Umweltbereich beitragen kann, und b) wie die Ausgestaltung, das Management und die Interaktionen innerhalb von Politik-Foren ihre Möglichkeit, Beiträge zur politischen Konfliktlösung zu leisten, beeinflussen. 

Zur Beantwortung dieser Fragen sieht das Projekt vor, Politik-Foren auf zwei Ebenen zu analysieren, das heisst auf der Ebene des Forums sowie auf der Ebene der Mitglieder des Forums. Politik-Foren werden dann auf zwei Arten verglichen, d.h. a) innerhalb desselben institutionellen Kontexts der Schweiz (etwa 50 Politikforen wie “Wasser Agenda 21”, “Energie Schweiz”, “Wissenstransfer Wald Schweiz”, “Forum Biodiversität”) sowie b) auf internationaler Ebene im Bereich Wasser (mit der Schweizer „Wasser Agenda 21“ vergleichbare Politikforen bestehen beispielsweise in Holland, Schweden, USA oder Spanien).

Team: Manuel Fischer, Simon Maag, Eawag

Publikationen:

  • Fischer, M.; Schläpfer, I. (2017). Metagovernance and Policy Forum Outputs in Swiss Environmental Policy. Environmental Politics online. DOI: 10.1080/09644016.2017.1284981.
  • Fischer, M.; Leifeld, P. (2015) Policy forums: Why do they exist and what are they used for? Policy Sciences, 48(3), 363-382. DOI:10.1007/s11077-015-9224-y.