Energie- und Klimapolitik

Forschungsprojekte

Energie- und Klimapolitik

  • Future Energy Policy: Akzeptanz alternativer Energien
  • Fracking: Politische Konflikte und Entscheidfindung unter unsicheren Bedingungen
  • Strategien zur Anpassung an den Klimawandel in der Schweiz
  • Entscheidungsmechanismen in der Schweizer Klimapolitik
  • Das Management von tele-gekoppelten Landschaften zur nachhaltigen Nutzung von Ökosystemdienstleistungen und zur Armutsbekämpfung

Future Energy Policy: Akzeptanz alternativer Energien

Die übergeordnete Forschungsfrage dieses Projektes lautet: wie kann ein wirkungsvoller Politikwandel zu einer grösseren Menge an alternativen und erneuerbaren Energien im Schweizer Energiemix erreicht werden? In diesem Zusammenhang starten wir mit der Idee, dass wirkungsvoller Wandel zur Realisierung von regionalen und lokalen Projekten der erneuerbarer Energie führt. Die Frage kann nur erörtert werden, wenn wir dem Konzept der „sozialen oder gesellschaftlichen Akzeptanz“ auf den Grund gehen. Wir argumentieren, dass es neben technologischem Fortschritt auf dem Markt auch die Akzeptanz von neuen Politiken und einem Mix von Instrumenten braucht, damit die Erneuerbaren nachhaltig gefördert werden können. Wir konzentrieren uns auf die Akzeptanz von politischen Instrumenten auf der Ebene der politischen Elite sowie auf der Ebene der Bürgerinnen und Bürger, welche ihre Meinung durch politische Partizipation Kund tun.

Start: Dezember 2014, Dauer: 3 Jahre
Funding: NFP 71 SNF
Team: Karin Ingold, Lorenz Kammermann
Projektpartner: Isabelle Stadelmann-Steffen, Clau Dermont, Universität Bern; Philip Thalmann, EPFL; Stefan Rieder, Interface Politikstudien

Publikationen:

  • Markard, J., Suter, M., and Ingold, K.  Socio-technical transitions and policy change – Advocacy coalitions in Swiss energy policy. Environ. Innovation Soc. Transitions (2015), http://dx.doi.org/10.1016/j.eist.2015.05.003

Fracking: Politische Konflikte und Entscheidfindung unter unsicheren Bedingungen

Durch neue und kontroverse Techniken der hydraulischen Frakturierung (Fracking) können sogenannt unkonventionelle Gasressourcen gefördert werden. Die Fracking-Technologie erlaubt es, grosse Mengen an natürlichem Gas zu fördern, welche durch konventionelle Techniken nicht erreichbar sind. Auf der einen Seite hat die Förderung von unkonventionellen Gasressourcen wichtige Auswirkungen auf den globalen Energiemarkt und die geopolitische Weltkarte. Auf der anderen Seite kann die Fracking-Technologie Umweltrisiken wie die Verschmutzung von Grundwasser, seismische Aktivität oder diffuse Methanemissionen mit sich bringen. Die Unsicherheiten im Zusammenhang mit den möglichen Umweltrisiken beim Fracking erschweren die politische Entscheidfindung zur Regulierung von Fracking-Aktivitäten. Wissenschaftliche Unsicherheiten führen zu weiteren Unsicherheiten bezüglich des Verhaltens und der Präferenzen von politischen Akteuren sowie bezüglich der Auswahl geeigneter Politikinstrumente.

Dieses Forschungsprojekt setzt sich mit der politischen Landschaft rund um die Regulierung von Fracking in Grossbritannien und der Schweiz auseinander. Wir gehen der Frage nach, welche politischen Konflikte und Koalitionen bezüglich der Regulierung von Fracking existieren, welches die Ressourcen und Strategien von politischen Akteuren und Koalitionen sind, und wie wissenschaftliche Unsicherheiten und Unsicherheiten über die Akteurspräferenzen die politische Entscheidfindung beeinflussen.

Start: September 2013
Team: Karin Ingold, Manuel Fischer
Projektpartner: P. Cairney UStirling, T. Heykkila and C. Weible, UColorado

Strategien zur Anpassung an den Klimawandel in der Schweiz

Dieses Projekt widmet sich der Frage, wie lokale Strategien zur Anpassung an den Klimawandel entworfen werden und wie sie sich entwickeln können. Wir konzentrieren uns stark auf die Auswirkungen extremer Ereignisse auf das Design und die Politikformulierung von Anpassungsmassnahmen, die Akzeptanz neuer Anpassungsstrategien an Extremereignisse und der Anpassungsfähigkeit der bestehenden Gesetze an den Klimawandel.

Start: September 2014, Dauer: 3 Jahre
Funding: Sinergia SNF
Team: Karin Ingold, Anik Glaus
Projektpartner: Gunter Stephan and Ralph Winkler, Rolf Weingartner and Team, Oeschger Centre for Climate Change Research, University of Bern; Philip Thalmann, EPFL

Publikationen:

  • Ingold, Karin (2014). How involved are they really? A comparative network analysis of the institutional drivers of local actor inclusion. Land Use Policy (online first).
  • Ingold K, Zimmermann W (2011) How and why forest managers adapt to socio-economic changes: a case study analysis in Swiss forest enterprises. Forest Policy and Economics 13: 97-103.
  • Ingold K, Balsiger J, Hirschi C (2010) Climate change in Mountain Regions: How local communities adapt to extreme events. Local Environment 15(7), 651-661.

Entscheidungsmechanismen in der Schweizer Klimapolitik

Wir fokussieren uns bei der Analyse der Klimamitigationspolitik vor allem auf Faktoren und Mechanismen, welche die Wahl von politischen Instrumenten erklärt. Durch eine detaillierte Analyse von Präferenzen der Elite untersuchen wir die Machbarkeit von marktwirtschaftlichen Instrumenten im Vergleich zu anderen Massnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen. Verschiedene quantitative und qualitative Methoden wurden dazu eigesetzt wie Diskursanalyse, Netzwerkanalyse und Multikriterien Analyse.

Publikationen:

  • Ingold, K. (2015). Identifizierung von Koalitionen in Politikprozessen illustriert anhand der Schweizer Klimapolitik. Zwei strukturelle Ansätze. In: Gamper, M.; Reschke, L.; Düring, M.: Knoten und Kanten III – Soziale Netzwerkanalyse in Geschichts- und Politikforschung. Transkript Verlag, Bielefeld.
  • Ingold, K., Christopoulos, D. (2015). The Networks of Political Entrepreneurs: A Case Study of Swiss Climate Policy. In: Narbutaité Aflaki, I., Petridou, E., Miles, L. (eds) Entrepreneurship in the Polis - Understanding Political Entrepreneurship. Ashgate.
  • Bronimann S., Appenzeller Ch., Croci M., Fuhrer J., Grosjean M., Hohmann R., Ingold K., Knutti R., Liniger M., Raible Ch., Röthlisberger R., Schär Ch., Scherrer S., Strassmann, K., Thalmann Ph. (2014). Climate change in Switzerland: A review of physical, institutional and political aspects. WIREs Climate Change 5(4):  DOI: 10.1002/wcc.280.
  • Ingold, Karin and Leifeld Philip (2014). Structural and Institutional Determinants of Influence Reputation: A Comparison of Collaborative and Adversarial Policy Networks in Decision Making and Implementation. Journal of Public Administration Research and Theory. doi: 10.1093/jopart/muu043
  • Ingold, Karin and Manuel Fischer (2014). Drivers of Collaboration to Mitigate Climate Change: An Illustration of Swiss Climate Policy over 15 Years. Global Environmental Change (online first). (Correct Table 5: GECtable5 (pdf, 10KB))
  • Ingold K, Varone F (2012) Treating Policy Brokers Seriously: Evidence from the Climate Policy. Journal of Public Administration Research and Theory. First published online July 19, 2011 doi:10.1093/jopart/mur035
  • Ingold K (2011) Network Structures within Policy Processes: Coalitions, Power, and Brokerage in Swiss Climate Policy. Policy Studies Journal 39(3): 435-59.
  • Ingold K (2010) Apprendre pour le future: une analyse de la politique climatique suisse. Swiss Political Science Review 16(1), 43-76.
  • Ingold K (2008) Les mécanismes de décision: Le cas de la politique climatique Suisse. Politikanalysen, Rüegger Verlag, Zurich.
  • Ingold K, Bürgenmeier B (2008) Changements climatiques. In: Beat Bürgenmeier (ed) Politiques économiques du développement durable, Chapter 8. de Boeck, Bruxelles.
  • Ingold K (2007) The influence of actors’ coalition on policy choice: The case of the Swiss Climate Policy. In: Friemel Th (ed) Applications of Social Network Analysis. UVK Verlagsgesellschaft, Konstanz.
  • Bürgenmeier B, Baranzini A, Ferrier C, Germond-Duret C, Ingold K, Perret S et al. (2006) Economics of climate policy and collective decision making. Climatic Change 79, 143-162.

Das Management von tele-gekoppelten Landschaften zur nachhaltigen Nutzung von Ökosystemdienstleistungen und zur Armutsbekämpfung

Sozio-ökologische Systeme (SES) an Waldgrenzen in feuchten Tropengebieten stellen einen komplexen Mix aus Ökosystemdienstleistungen dar, welcher sowohl auf lokaler Ebene menschliches Wohlergehen sichert, als auch auf globaler Ebene Umweltdienstleistungen liefert. Globale Kräfte dominieren jedoch je länger je stärker lokale Faktoren, welche die Landnutzung beeinflussen. Beeinflusst von der Nachfrage nach einer Ausweitung der Landwirtschaft, Kohlenstoffbindung, der Beibehaltung der Biodiversität, und vielen anderen Faktoren, führen diese Kräfte vermehrt zu sozio-ökonomischen und umweltbezogenen Interkationen zwischen zwei oder mehr entfernten SES. Die wachsende Distanz zwischen Angebot und Nachfrage ist als Tele-Koppelung bekannt. Diese gefährdet das Management von Ökosystemen und die Anpassungsfähigkeit von SES.

Das Projekt baut auf Forschungspartnerschaften in Laos, Myanmar und Madagaskar auf und kombiniert Fallstudien in konkreten Kontexten mit Ansätzen zur Generalisierung und Modellisierung. Wir werden die Auswirkungen von Tele-Koppelung zwischen verschiedenen Systemen auf die Landnutzung sowie die Ökosystemdienstleistungen und das menschliche Wohlergehen untersuchen.

Das PEGO Unterprojekt wird die involvierten Akteure identifizieren und deren Beziehungen mit Hilfe der Sozialen Netzwerkanalyse (SNA) untersuchen. Dies wird dann mit GIS-basierten Analysen und der Modellierung von Ökosystemdienstleistungsangeboten kombiniert. Die Kombination der drei Elemente erlaubt eine Analyse von raumbezogenen Trade-Offs und der Identifizierung von damit verbundenen Gewinnern und Verlierern.

Start: Frühjahr 2015, Dauer: 4 Jahre
Funding: R4D
Team: Manuel Fischer, Florence Metz, Karin Ingold
Projektpartner:
Peter Messerli, CDE University of Bern, Adrienne Grêt-Regamey, ETH Zürich, Bruno Salomon Ramamonjisoa, University of Antananarivo,Khamla Phanvilay, National University of Laos,Win Myint, Environmental and Economic Research Institut, Yangon, Myanmar,Gudrun Schwilch, University of Bern,San Win, University of Forestry, Myanmar