Karin Frick

Année Politique Suisse / Doctoral Candidate

Institute of Political Science

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Kurzporträt

Karin Frick (1993) ist in Liechtenstein aufgewachsen. Nach der Matura am Liechtensteinischen Gymnasium absolvierte sie an der Universität Bern das Bachelorstudium in Sozialwissenschaften, Staatsrecht und Staatstheorie sowie Volkswirtschaftslehre. Das anschliessende Masterstudium in Politikwissenschaft sowie internationalem und europäischem Recht an den Universitäten Bern und Aarhus (DK) schloss sie im Sommer 2019 ab. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei Année Politique Suisse am Institut für Politikwissenschaft der Universität Bern, wo sie den Themenbereich «Rechtsordnung» betreut. Während des Studiums leitete sie zudem mehrfach die Übung zur Vorlesung «Einführung in die Politikwissenschaft» von Prof. Dr. Marc Bühlmann und arbeitete am SNF-Forschungsprojekt «Digital Lives» mit. Seit September 2019 ist sie zusätzlich Doktorandin bei Année Politique Suisse. In ihrem Dissertationsvorhaben bei Prof. Dr. Marc Bühlmann forscht sie zu parlamentarischer Stellvertretung und Repräsentation.

Die repräsentative (Miliz-)Demokratie steht zunehmend unter Druck – einerseits, weil sich viele Leute nicht repräsentiert fühlen und andererseits, weil das Milizsystem an seine Grenzen stösst. Ein in letzter Zeit viel diskutierter Vorschlag ist die Zulassung parlamentarischer Stellvertreter/innen. Ein Stellvertretungssystem könnte das wahrgenommene Repräsentationsdefizit abschwächen, weil es verhindert, dass Parlamentssitze leer bleiben. Gleichzeitig könnte es Hürden in der Vereinbarkeit eines Parlamentsmandats mit Familie und Beruf abbauen und so breiteren Bevölkerungsschichten die Übernahme eines solchen Amtes ermöglichen.

Die Idee eines Stellvertretungssystems in diesem Sinne ist, dass ein abwesendes Parlamentsmitglied vorübergehend durch eine Stellvertreterin oder einen Stellvertreter ersetzt werden kann, ohne dass das reguläre Ratsmitglied sein Mandat abgibt; vielmehr nimmt es den Sitz nach Ende der Abwesenheit wieder ein. Obwohl insbesondere im Zusammenhang mit Mutterschaftsfragen oder Covid-19-bedingten Abwesenheiten hochaktuell, ist die Idee der parlamentarischen Stellvertretung keineswegs neu. In der Schweiz haben heute fünf Kantone (GR, VS, NE, GE, JU) ein Stellvertretungssystem für ihre kantonalen Parlamente. Ebenso kennt Liechtenstein das Institut der parlamentarischen Stellvertretung für seinen Landtag.

Das Forschungsprojekt macht eine Bestandesaufnahme dieses politikwissenschaftlich bisher kaum untersuchten Gegenstands in den Schweizer Kantonen und Liechtenstein. Eine vergleichende Fallstudie zeigt die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der verschiedenen Regelungen auf und typologisiert die Systeme anhand der ihnen zugrundeliegenden Repräsentationsverständnisse. Dabei werden sowohl die rechtlichen Rahmenbedingungen als auch die gelebte Praxis miteinbezogen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für die Analyse empirischer Fragestellungen im Hinblick auf die Zusammensetzung und Funktionsweise von Parlamenten sowie das Verhalten einzelner Abgeordneter. Ziel des Projekts ist es zu eruieren, inwiefern ein parlamentarisches Stellvertretungssystem dazu beitragen kann, die repräsentative (Miliz-)Demokratie neu zu beleben.

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